Ist das neue Mobilfunknetz 5G gefährlich?

May 25, 2023
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Das neue Mobilfunknetz 5G bringt nicht nur hohe Geschwindigkeiten, sondern auch neue Frequenzen – und sehr viele neue Sendemasten. Netzbetreiber sagen, dass keine Gefahr besteht, aber stimmt das wirklich?

Warum ist 5G umstritten? Das neue Mobilfunknetzwerk 5G soll 2020 eingeführt werden. Während Netzbetreiber und Bundesregierung über die Vergabe streiten, sehnen Industrie und Nutzer das neue Netz sehnsüchtig herbei. 5G verspricht schnellere Internetgeschwindigkeiten im Vergleich zu UMTS oder LTE. Seit die ersten Handys die Hosentaschen erobert haben, gibt es jedoch Diskussionen über die Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung auf den Menschen. Es gibt bereits zahlreiche Studien zu diesem Thema, aber was sagen sie über die Auswirkungen von 5G? Das Problem bei 5G besteht darin, dass es höhere Frequenzen verwendet, die eine geringere Reichweite haben. Daher sind mehr Sendemasten erforderlich, um das gleiche Gebiet abzudecken. Diese Masten können praktisch überall montiert werden, was bedeutet, dass Menschen ihnen näher kommen und mehr Strahlung abbekommen können. Netzbetreiber in Deutschland behaupten, dass von dem neuen Netz keine Gefahr ausgeht, da die geltenden Höchstwerte die Nutzer schützen. Ohne Langzeitstudien handelt es sich jedoch nur um eine Vermutung. Außerdem wird mit 5G die Strahlung in den Funkzellen anders verteilt, was eine wichtige Frage für die Forschung und Risikobewertung aufwirft: Wie misst man zuverlässig die Strahlenbelastung, wenn sich die auftretende Strahlung nach Bedarf ändert?

Wie wirkt Handystrahlung auf den Körper? Mobilfunkstrahlung ist elektromagnetische Strahlung, ähnlich wie Mikrowellenstrahlung. Es ist wichtig zu beachten, dass sie im Gegensatz zu Röntgenstrahlung oder Radioaktivität nicht ionisierend ist und das Erbgut nicht direkt schädigen kann. Dennoch kann sie gesundheitliche Auswirkungen haben. Es wird diskutiert, ob die Strahlung DNA-Reparaturprozesse stört. Die Strahlung dringt in den Körper ein, wenn das Handy sendet und empfängt. Die Frequenz bestimmt auch, wie tief die Strahlen in das Gewebe und die Zellen eindringen können.

Die Strahlung dringt unterschiedlich tief in Gewebe und Materialien ein. Je niedriger die Frequenz, desto tiefer dringen die Strahlen ein. Das 5G-Netz verwendet höhere Frequenzen als frühere Mobilfunknetze und dringt daher etwas weniger tief in den Körper ein. Die spezifische Absorptionsrate (SAR) gibt an, wie viel Energie der Körper aufnimmt. In Deutschland ist dieser Wert auf zwei Watt pro Kilogramm beschränkt, um einen kritischen Temperaturanstieg zu verhindern.

Löst Handystrahlung Krebs aus? Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat 2011 Mobilfunkstrahlung als potenziell krebserregend eingestuft. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Einstufung nicht aussagt, wie viel Strahlung im Alltag tatsächlich auftritt. In den letzten 20 Jahren wurden über 1500 Studien zu den Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung auf den Menschen durchgeführt, aber es gibt keine eindeutigen Beweise für einen Zusammenhang zwischen Handystrahlung und Krebs. Es gibt auch keine signifikante Korrelation zwischen Handystrahlung und Hirntumoren über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren. Die Mehrheit der Studien und Experten ist der Meinung, dass Mobilfunkstrahlung für erwachsene Menschen wahrscheinlich keine Gefahr darstellt. Die meisten Studien gelten jedoch nur für Frequenzen aus den alten Mobilfunknetzen und sagen wenig über die Auswirkungen von 5G aus. Es gibt bisher nur wenige Studien zur 5G-Strahlung, und die Ergebnisse sind nicht eindeutig.

Ist Mobilfunkstrahlung für das Insektensterben verantwortlich? Mobilfunkstrahlung kann Insekten beeinflussen, aber der Zusammenhang mit dem Insektensterben ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar. Das Insektensterben hat bereits vor dem Ausbau des Mobilfunks begonnen. Die Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern auf Insekten sind komplex und bisher nicht ausreichend erforscht. Es gibt Hinweise darauf, dass elektromagnetische Felder die Orientierung von Bienen stören können, aber die Ergebnisse sind nicht einheitlich. Bislang gibt es keine belastbaren Studien, die einen Zusammenhang zwischen Mobilfunkstrahlung und dem Insektensterben belegen.

Und was ist mit den Sendemasten? Übliche Sendemasten für Mobilfunk werden allgemein nicht als Gesundheitsrisiko angesehen. Die aufgenommene Strahlung von Handymasten ist in der Regel geringer als die von Handys selbst, da die Strahlung mit der Entfernung abnimmt. Mit mehr Handymasten kann die durchschnittliche Belastung sogar niedriger sein. Es gibt Studien zur gesundheitlichen Belastung von Handymasten, aber die Ergebnisse sind nicht eindeutig und lassen keine seriösen Aussagen über das Krebsrisiko zu.

Fazit – was wir wirklich wissen und wie wir uns schützen können: Es gibt derzeit keinen eindeutigen Beweis für die Gefährlichkeit von 5G oder Mobilfunkstrahlung im Allgemeinen. Um das Risiko zu minimieren, empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz, das Handy so oft wie möglich auszuschalten, den Flugmodus vor dem Zubettgehen einzuschalten und das Handy möglichst weit vom Körper entfernt zu tragen. Die Vermeidung von direktem Hautkontakt durch die Verwendung von Headsets und Freisprecheinrichtungen kann ebenfalls die Strahlenbelastung reduzieren. Es bedarf jedoch weiterer Langzeitstudien, um die Auswirkungen von 5G und Mobilfunkstrahlung auf die Gesundheit genau zu untersuchen.

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