Der Kontinent Afrika

April 27, 2023
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Der Kontinent Afrika

Der Kontinent Afrika

Afrika gehört zu den größten Kontinenten der Erde und ist durch seine weiträumigen Becken und Schwellen sowie im Osten durch Grabenbruchsysteme mit großen Seen gekennzeichnet. Dieses geographische Merkmal hat dazu beigetragen, dass Afrika eine sehr unterschiedliche Landschaft und Topographie aufweist. Der Kontinent ist fast vollständig in den Tropen gelegen und beheimatet somit alle tropischen Klima- und Vegetationszonen.

Afrika verfügt über eine Vielzahl von natürlichen Ressourcen wie Mineralien, Rohstoffe und Artenvielfalt. Die geografische Lage und die vielfältige Landschaft haben dazu beigetragen, dass sich in Afrika verschiedene Lebensräume entwickelt haben, die sich in ihrer Tier- und Pflanzenwelt unterscheiden. Der Kontinent ist bekannt für seine Savannen, Regenwälder, Wüsten und Halbwüsten, die sich aufgrund der klimatischen Bedingungen und der unterschiedlichen Bodenbeschaffenheit gebildet haben.

Die großen Flüsse, wie der Nil, der Kongo und der Niger, die durch Afrika fließen, sind auch ein wichtiger Teil der Landschaft und ein wichtiger Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Die Tierwelt in Afrika ist einzigartig und umfasst eine große Anzahl von Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Amphibien und Insekten.

Afrika ist auch für seine kulturelle Vielfalt bekannt, die sich aus der Vielzahl von Völkern und Stämmen ergibt, die auf dem Kontinent leben. Jedes Volk hat seine eigene Sprache, Traditionen und Bräuche, die oft von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Insgesamt bietet Afrika eine faszinierende Mischung aus geografischen Merkmalen, Tier- und Pflanzenwelt sowie kultureller Vielfalt. Es ist ein wichtiger Kontinent für die Weltgemeinschaft, der noch viel ungenutztes Potenzial und Möglichkeiten bietet.


Lage

Der Kontinent Afrika, welcher nach Asien der zweitgrößte der Erde ist, umfasst eine Fläche von 30 Millionen Quadratkilometern und macht damit etwa ein Fünftel der gesamten Landfläche unseres Planeten aus. Dies bedeutet, dass Afrika dreimal so groß wie Europa ist. Die Entfernung vom nördlichsten Punkt Afrikas bis zur Südspitze beträgt etwa 8000 Kilometer, während die größte Ost-West-Entfernung ungefähr 7600 Kilometer beträgt.

Der Äquator teilt Afrika fast in zwei Hälften und erstreckt sich jeweils etwa gleich weit nach Norden und Süden bis zum 35. Breitengrad. Im Vergleich zu Europa weist die Küste Afrikas nur eine schwache Gliederung auf und es gibt nur wenige vorgelagerte Inseln, wobei Madagaskar die einzige größere Insel ist. Afrika wird durch das Einbruchsbecken des Mittelmeers von Europa getrennt und hängt nur durch die Landenge von Suez unmittelbar mit Asien zusammen. Ansonsten wird es durch den Graben des Roten Meeres von Asien abgegrenzt.

Naturraum
Oberflächengestalt

Afrika ist größtenteils auf der alten, starren Afrikanischen Platte erbaut, mit Ausnahme des geologisch jungen Atlas-Gebirges. Das Relief des Kontinents wird größtenteils durch Plateaus und Tafelländer bestimmt, die im Süden und Osten im Mittel über 1000 m ansteigen und als Hochafrika bezeichnet werden. Mehr als die Hälfte des Kontinents liegt unter 500 m und wird als Niederafrika bezeichnet. Im Tertiär entstanden die heutigen Oberflächenformen durch weiträumige Hebungen und Senkungen.

Afrika ist bekannt als der Kontinent der Becken und Schwellen. Flache Becken liegen zwischen ebenfalls flachen Schwellen. Im Norden schließen sich kleinere abflusslose Becken der Sahara an, gefolgt vom Niger-, Tschad- und Weißnilbecken im Süden. Das Kongobecken in Mittelafrika ist das größte Becken des Kontinents und wird im Norden durch die Nordäquatorialschwelle und im Süden durch die Lundaschwelle begrenzt.

Im Zentrum Südafrikas liegt das Kalaharibecken, das im Südosten von einem alten Gebirgssystem begrenzt wird, welches in den Drakensbergen bis knapp 3500 m hoch ist. Den Osten Afrikas vom Roten Meer bis zum Sambesi durchziehen das Ostafrikanische Grabensystem und der Zentralafrikanische Grabenbruch, in denen Plattenteile auseinanderdriften. Im Zusammenhang damit stehen die Bildung von Lavadecken und Vulkanen. Das Hochland von Äthiopien ist mit bis zu 2000 m mächtigen Basaltdecken bedeckt, und südlich davon erheben sich an den Rändern der Gräben hohe, meist nicht mehr aktive Vulkane. Der Kilimandscharo mit 5895 m und der Mount Kenia mit 5194 m ü. d. M. sind die höchsten Berge Afrikas und gehören zu diesen Vulkanen.

Gewässer

Afrika ist reich an Gewässern, darunter große Flüsse und Seen. Der Nil ist mit einer Länge von 6671 km der längste Fluss der Welt und fließt durch mehrere Länder Afrikas, bevor er in das Mittelmeer mündet. Der Kongo, Niger und Sambesi gehören ebenfalls zu den mächtigsten Flüssen des Kontinents.

In den tropischen Feuchtregionen der Kontinents entstehen viele Flüsse, die oft mächtige Wasserfälle und Stromschnellen aufweisen. An den den Becken abgewandten Seiten durchbrechen die Flüsse die Schwellen und strömen in die tiefer gelegenen Becken. In den subtropischen Winterregengebieten im Norden und Süden Afrikas führen die Flüsse hingegen nur periodisch Wasser.

Afrika beherbergt auch eine Reihe von großen Seen, die teilweise durch die Grabenbrüche Ostafrikas entstanden sind. Der Tanganjikasee ist mit fast 1500 m Tiefe der tiefste See Afrikas, während der Malawisee und der Albertsee ebenfalls beträchtliche Tiefe aufweisen. Der flächenmäßig größte See des Kontinents ist der Victoriasee, der als typischer runder Beckensee eine maximale Tiefe von nur 80 m erreicht.

In den Becken der Trockengebiete Afrikas liegen abflusslose Seen wie der Tschadsee, während in den Wüstenregionen ausgedehnte Salzseen und -pfannen wie die Schotts in der algerischen Sahara zu finden sind. In diesen Regionen gibt es oft nur episodisch durchflossene Wadis, die nur bei Regenfällen Wasser führen.


Klima/Vegetation

Afrika besitzt aufgrund seiner Lage zu beiden Seiten des Äquators eine nahezu idealtypische Anordnung von Klima- und Vegetationszonen. Die immerfeuchten Tropen am Äquator mit ganzjährig hohen Niederschlägen und gleichbleibenden Temperaturen um 25 °C bilden die Zone der tropischen Regenwälder. Nördlich und südlich schließen sich die wechselfeuchten Tropen an, in denen zwei Regenzeiten mit einer kurzen Sommer- und einer längeren Wintertrockenzeit wechseln. Hier sind die Zonen der Savannen zu finden, zunächst die Feuchtsavanne mit meterhohen Gräsern wie dem Elefantengras und immergrünen Bäumen, die entweder in Gruppen stehen oder lichte Wälder bilden. Zum nördlichen und südlichen Rand der Tropen hin vereinigen sich die beiden Regenzeiten zu einer einzigen im Sommer.

Je weiter man sich vom Äquator entfernt, desto kürzer wird die Regenzeit und desto weniger Niederschläge fallen. Aus diesem Grund verwandeln sich die Savannen zunächst in Trockensavannen und weiter nördlich in Dornsavannen. Schließlich gehen die Savannen in die subtropischen Halbwüsten und Wüsten über, in die Sahara im Norden und in die Namib im Süden, wo nur noch episodische Niederschläge fallen. An den Nord- und Südküsten herrscht hingegen Mittelmeerklima.

Bevölkerung

Bevölkerungsverteilung

Afrika ist der bewohnte Kontinent mit der höchsten Bevölkerungszahl. Über eine Milliarde Menschen leben auf dem Kontinent, wobei die Bevölkerungsdichte sehr unterschiedlich ist. Während einige Gebiete sehr dünn besiedelt sind, sind Gunsträume wie Industrie- und Bergbauzentren, Küstenstädte oder das Nildelta sehr dicht besiedelt. Das Bevölkerungswachstum ist außerordentlich hoch und hat seit 1950 stark zugenommen. Der Großteil der Afrikaner lebt auf dem Land, jedoch ist das Bevölkerungswachstum in Städten schwächer. In einigen Regionen Afrikas hat sich aufgrund der Ausbreitung von Aids eine gegenläufige Tendenz entwickelt, die bis hin zum Zusammenbruch des gesamten öffentlichen Lebens reicht.

In Afrika leben verschiedene ethnische Gruppen, die meist nach ihren Sprachen unterschieden werden. Es gibt vier große Sprachbereiche auf dem Kontinent, darunter die nigritischen Sprachen und die nilosaharischen Sprachen. Die meisten Bewohner in Nordafrika sind hellhäutige Araber und Berber, während die Negriden südlich der Sahara den größten Bevölkerungsteil stellen. Weiße europäischer Abstammung leben in einigen südlichen Ländern Afrikas als Minderheit und spielen dort oft eine wichtige Rolle in Politik und Wirtschaft.

Das Christentum und der Islam sind die beiden dominierenden Religionen in Afrika. Der Islam hat seinen Schwerpunkt in Nordafrika und der Sahelzone sowie in den Ländern Ostafrikas, während das Christentum in den südlichen Ländern Afrikas stark vertreten ist. Viele Afrikaner praktizieren jedoch auch traditionelle Naturreligionen und Kulte, die oft mit den großen Religionen vermischt sind.

Der Lebensstandard in den meisten Ländern Afrikas ist im globalen Vergleich sehr niedrig. Mit Ausnahme einiger nord- und südafrikanischer Länder ist ein großer Teil der Bevölkerung von Armut, Hunger, Krankheit (insbesondere Aids) und Kriegen bedroht. Dies führt oft zu großen Flüchtlingsströmen.

Wirtschaft


Landwirtschaft

Afrika ist vorwiegend von der Landwirtschaft abhängig, jedoch sind in vielen Ländern primitiven Wirtschaftsformen verbreitet. Im tropischen Regenwald werden oft Brandrodungen zur Gewinnung von Ackerflächen genutzt. Allerdings sind diese Felder nur kurzfristig fruchtbar, wodurch die Bauern ihre Felder immer wieder an neuen Standorten anlegen müssen. Aus diesem Grund wird diese Form der Landwirtschaft als Hackbau bezeichnet. Auch in den Savannen ist der Hackbau weit verbreitet.

Traditionell wird die Landwirtschaft oft zur Selbstversorgung genutzt, da die niedrige Produktivität keine Vermarktung der Produkte erlaubt. Eine fortschrittlichere und produktivere Form der Landwirtschaft ist der Pflugbau in den subtropischen Regionen und Oasen. Hier werden teilweise durch Bewässerung höhere Erträge erzielt, die eine Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte ermöglichen.

Plantagenwirtschaft ist eine weitere Art der Landnutzung und umfasst große Landwirtschaftsbetriebe, die speziell für den Export produzieren. Wenn die Erstverarbeitung vor Ort erfolgt, spricht man von einer Plantage. Aufgrund der einseitigen Ausrichtung auf den Weltmarkt kam es in der Vergangenheit zu einer Monowirtschaft in ganzen Ländern, wie zum Beispiel in Kenia (Sisal), Angola (Bananen, Kaffee) und Ghana (Kakao). Die einseitige Abhängigkeit vom Weltmarkt führte jedoch aufgrund von schwankenden Preisen zur Verschuldung der Länder.
 

Bodenschätze

Afrika verfügt über eine Vielzahl an Bodenschätzen, die in vielen Ländern des Kontinents abgebaut werden. In Ländern wie der Republik Südafrika, Namibia, Sambia, Simbabwe und der Demokratischen Republik Kongo werden beispielsweise Gold, Diamanten, Platin, Antimon, Kupfer, Mangan und Chrom gewonnen. In Nigeria, Algerien und Libyen gibt es bedeutende Erdölvorkommen, die ausgebeutet werden.

Neben landwirtschaftlichen und Bergbauerzeugnissen werden auch Edelhölzer exportiert. Die wichtigsten Handelspartner sind die EU-Staaten und die USA, von denen auch vorwiegend Fertigerzeugnisse importiert werden. Trotz des Exports von Rohstoffen und anderen Gütern fällt die Handelsbilanz jedoch meist negativ aus.

In den letzten Jahren ist die Schuldenhöhe in den meisten afrikanischen Ländern sogar gestiegen, da die Preisschere zwischen Rohstoffen und Fertigerzeugnissen immer weiter auseinanderklafft. Dies führt dazu, dass viele afrikanische Länder in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung gehemmt werden und in einigen Fällen sogar mit einer hohen Verschuldung zu kämpfen haben.


Verkehr

Ein gesamtafrikanisches Verkehrsnetz mit leistungsfähigen Transkontinentalverbindungen existiert nicht. Eisenbahnnetze gibt es nur in Nord- und Südafrika, während das Straßennetz noch sehr weitmaschig ist, aber ausgebaut wird.

Geschichte

Bis ins 19. Jahrhundert hinein existierten noch bedeutende afrikanische Reiche.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die massive Kolonialisierung des Kontinents durch europäische Mächte. Portugal, Großbritannien, Belgien, Frankreich, Italien und Deutschland eroberten, besetzten oder erwarben weite Gebiete Afrikas. Die Grundsätze der Aufteilung unter den Mächten wurden auf der Berliner Konferenz 1884/85 festgelegt. Frankreich (West- und Zentralafrika) und Großbritannien (Ost- und Südafrika) gingen als dominierende Kolonialmächte hervor.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Zerfall des Kolonialsystems, und die Länder Afrikas wurden nach und nach unabhängig. Besonders in den 60er Jahren verbreitete sich die Unabhängigkeitsbewegung über den ganzen Kontinent wie ein Lauffeuer. Viele Länder sind aber auch heute noch wirtschaftlich und sprachlich mit der ehemaligen Kolonialmacht verbunden.

In vielen Ländern wurden die Kolonialregime durch korrupte, aus der einheimischen Oberschicht stammende Diktatoren abgelöst. Erst nach 1989/90 kam es auch in Afrika zu erfolgreichen Demokratisierungen, wie der Abschaffung der Apartheid in Südafrika.

Trotzdem sind Putsche und Revolten, die in lang andauernde Bürgerkriege münden, sehr häufig. Das gilt auch für Massaker und Pogrome, z. B. 1994 in Ruanda oder derzeit in der Demokratischen Republik Kongo, die zur Ausrottung nahezu ganzer Völker führen können. Eine tiefere Ursache dafür ist u. a. die willkürliche Grenzziehung durch die Kolonialherren, die zu schwerwiegenden ethnischen oder religiösen Konflikten geführt hat. Ein weiteres Problem ist die in vielen Ländern auf allen Ebenen der Gesellschaft verbreitete Korruption. Schließlich haben die meisten Länder kaum eine Möglichkeit, ihr mitunter großes wirtschaftliches Potenzial zu nutzen, da ihnen wegen der extremen Verschuldung das erforderliche Kapital nicht zur Verfügung steht oder multinationale Konzerne vor allem ihre eigenen Interessen durchsetzen, wie in der Erdölwirtschaft Nigerias.

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(Quelle Bildmaterial: Bild von Christine Sponchia auf Pixabay)

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