Bild: KI-generiert
Du brauchst keine teure Software, um herauszufinden, wonach deine Kunden suchen. Die wichtigsten Suchbegriffe liegen in deinem Alltag – du musst sie nur einsammeln. Diese vier Quellen genügen für den Anfang völlig.
Quelle 1: Deine Kundengespräche
Notiere eine Woche lang, was Kunden am Telefon, per E-Mail und am Tresen fragen. „Habt ihr auch samstags geöffnet?“, „Was kostet eine Inspektion?“ – jede dieser Fragen ist ein potenzieller Suchbegriff, weil sie die Sprache deiner Kunden spiegelt. Achte darauf, die Fragen wörtlich zu notieren, nicht in deine Fachsprache zu übersetzen. Oft stecken in diesen Fragen mehrere Suchbegriffe gleichzeitig: „samstags geöffnet“ und „Inspektion Kosten“ sind zwei separate Anfragen. Lege eine einfache Liste an – analog oder digital – und ergänze sie täglich. Nach einer Woche hast du bereits 20–30 echte Formulierungen, die du direkt auf deiner Website einbauen kannst.
Quelle 2: Deine Rechnungen und Angebote
Darauf stehen deine Leistungen so, wie Kunden sie bestellen – nicht in Fachbegriffen, sondern in Alltagssprache. Diese Formulierungen gehören auf deine Website und in dein Profil. Gehe die letzten 20 Rechnungen und Angebote durch und markiere alle wiederkehrenden Begriffe. Achte besonders auf Kombinationen wie „Reparatur Waschmaschine“ oder „Ölwechsel Preis“. Solche Begriffe sind Gold wert, weil sie eine klare Kaufabsicht signalisieren. Ergänze sie um deinen Ort, z. B. „Waschmaschine reparieren München“, und du hast einen lokalen Suchbegriff, der genau die richtigen Kunden anzieht. Vergiss auch die Positionen auf den Rechnungen nicht, die du selbst geschrieben hast – sie zeigen, wie du deine Leistungen beschreibst. Prüfe, ob du dabei zu sehr in interne Kürzel verfällst („Insp. kl. Wartung“) und übersetze sie in verständliche Sprache („kleine Inspektion“).
Quelle 3: Die Suchvorschläge
Tippe in eine Suchmaschine „[deine Leistung] [dein Ort]“ und schau, welche Vervollständigungen vorgeschlagen werden. Jede davon ist eine Anfrage, die echte Menschen stellen – fertige Begriffe, kostenlos geliefert. Probiere verschiedene Varianten: „[Leistung] in [Ort]“, „[Ort] [Leistung]“, „[Leistung] nahe [Ort]“. Notiere alle Vorschläge, die dir sinnvoll erscheinen. Oft findest du auch Fragen wie „Was kostet …?“, „Wie lange dauert …?“ oder „Wer macht …?“. Diese eignen sich hervorragend für FAQ-Seiten. Ein weiterer Trick: Nutze die Autovervollständigung, indem du nur den Anfang eines Wortes eingibst, z. B. „Zahnarzt Notdienst M…“ – so siehst du, welche Stadtteile oder Nachbarorte besonders häufig gesucht werden. So deckst du auch Nischen ab, an die du vorher nicht gedacht hättest.
Quelle 4: Die Fragen bei deinen Wettbewerbern
In Bewertungen und Antworten deiner Mitbewerber stehen die Fragen echter Kunden – oft mit genau den Worten, nach denen sie suchen. Sammle sie und beantworte sie auf deiner eigenen Seite besser. Gehe dazu auf Google Maps, Yelp oder Branchenportale und lies die Rezensionen deiner direkten Konkurrenten. Achte auf wiederkehrende Kritikpunkte oder Lob: „Endlich einer, der auch samstags kommt“, „Die Beratung war super, aber die Wartezeit lang“. Übersetze diese Aussagen in Suchbegriffe: „Samstags geöffnet“, „schnelle Beratung“, „kurze Wartezeit“. Beantworte diese Punkte auf deiner Website – am besten in einem FAQ-Bereich oder direkt auf der Leistungsseite. So zeigst du, dass du die Probleme deiner Kunden verstehst, und triffst genau deren Suchintention. Ein weiterer Vorteil: Du kannst dich von deinen Wettbewerbern abheben, indem du deren Schwächen gezielt ansprichst.
Aus der Liste werden Texte
Wähle deine zehn wichtigsten Begriffe aus und ergänze jeden um deinen Ort. Verteile sie auf Startseite, Leistungsseiten und FAQ – immer in natürlichen Sätzen, niemals als Aufzählung. Wie du die Begriffe richtig platzierst, zeigt unser Beitrag FAQ-Seiten erstellen.
Ein Beispiel: Statt „Wir bieten: Inspektion, Reparatur, Ölwechsel“ schreibst du: „Sie suchen eine Inspektion in München? Wir prüfen Ihr Fahrzeug gründlich und reparieren auch kleine Mängel sofort.“ So fließen die Begriffe „Inspektion München“ und „reparieren“ ganz natürlich ein. Achte darauf, dass jeder Text einen klaren Nutzen für den Leser hat – Suchbegriffe sind kein Selbstzweck. Wenn du einen Kurzlink für deine Website oder Google-Unternehmensseite verwendest, kannst du auch die Klickzahlen messen und sehen, welche Begriffe tatsächlich Besucher bringen. So optimierst du kontinuierlich nach.
Praktische Tipps zur Umsetzung
Lege eine zentrale Liste aller gesammelten Begriffe an – z. B. in einer Tabellenkalkulation. Sortiere sie nach Häufigkeit und Relevanz. Überprüfe regelmäßig, ob neue Begriffe dazukommen. Baue die wichtigsten Begriffe in Titel, Überschriften und erste Absätze ein. Vermeide Wiederholungen und achte auf eine natürliche Sprache. Nutze Synonyme und Variationen, um nicht als Keyword-Stuffing aufzufallen. Wenn du einen QR-Code erstellst, kannst du ihn mit einer Landingpage verknüpfen, die genau auf einen Suchbegriff optimiert ist – so verbindest du Offline- und Online-Marketing. Und denke daran: Lokale Suchbegriffe ändern sich mit der Zeit. Was heute gefragt ist, kann morgen schon anders formuliert werden. Bleibe daher immer im Gespräch mit deinen Kunden und beobachte die Suchvorschläge regelmäßig.
Eine gebündelte Anleitung mit Arbeitsblatt findest du im Mini-Kurs Lokale Sichtbarkeit.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und gibt den Stand der öffentlich verfügbaren Informationen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Eine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben wird nicht übernommen; die Inhalte ersetzen keine individuelle Beratung.